Tuesday, September 29, 2009

Du bist so cool!!!!111elf

Ich finde es super, wenn Menschen ihren Lieben sagen, dass sie sie mögen. So ab und zu~ Aber muss man denn ständig sagen, wie toll man jemanden findet? Mir kommt es teilweise vor, als würde man sich gegenseitig Honig um's Maul zu schmieren, um dem anderen nochmal eben schnell zu zeigen: "Hier! Mich nicht vergessen!"
Ich bin da eher der Typ, der denkt zu wissen, dass meine Freunde mich mögen. Herr Gott, sonst wären sie doch nicht mit mir befreundet oder? Und ich muss meinen Freunden auch nicht ständig sagen, wie toll sie sind und dass alles was sie machen total genial ist.
Diese erzwungene aktive Harmonie geht mir grad echt tierisch auf'n Senkel und wenn man selbst nicht so ist, wie die Honigschmierer, kommt man sich irgendwie dumm vor, weil man irgendwann davon ausgehen muss, dass der Empfänger den ganzen Schmuh gerne hört...

Diese Woche ist anscheined Spiel-mit-mir-wie-mit-einer-Marionette-Woche. 'Ne liebe Freundin hat eine neue Wohnung gefunden und rief mich diesbezüglich an. Nach ein wenig Plaudern, meinte ich dann, dass ich gerne beim Umzug helfen kann, wenn sie mir rechtzeitig bescheid gibt.
Sie: "Ja, dich hab' ich eh schon eingeplant."
Ich: 'Okay. . .'


Ich helf da natürlich gerne mit, aber wär's nicht mal nett gewesen, wenn ich gefragt worden wäre? Selbst wenn's selbstverständlich ist, geh ich da immer noch lieber hin, wenn ich nicht denken muss, dass ich eigentlich nur angerufen, um mir sagen zu lassen, was ich machen soll.

Nächste Aktion, war dass Leute sich selbst zu 'nem Wochenende bei mir einladen.
"Ja, wir sind dann und dann da."
Hallo~, fragt mich doch erstmal, ob ich überhaupt Zeit und Platz hab'. Ich freu mich natürlich über jeden Besuch (das "jeden" jetzt bitte nicht allzu wörtlich nehmen), aber werd dennoch gerne vorher gefragt.

So, ich hab Husten, geh jetzt schlafen, hab' nächste Woche wohl meinen Abschluss und wenn ich meine derzeitigen Pläne verfolge und sie erfüllt werden, werde ich demnächst eventuell das Land verlassen. Und es geht nicht nach Malta. :) Drückt mir die Daumen~

Thursday, August 27, 2009

Aserkop Do 2009 - Ein Affe packt aus

Irgendwie hört sich der Titel voll schlimm an, aber irgendwie auch nicht. Ich lad hier schonmal das Tagebuch von Aserkop Do 2009 für die Ungeduldigen hoch. Viel Spaß beim Lesen~

Vor fünf Jahren hatten zwei Jugendliche aus Klockow, einem kleinen Dorf in der Uckermark, eine Idee. Sie wollten zehn Tage lang jeden Tag zehn Stunden Sport treiben. Fünf Jahre später folgen ihnen über fünfzig Menschen von jung und alt und aus der Idee ist ein Verein geworden, der nun jedes Jahr an Bedeutung und Inspiration zunimmt.

Aserkop Do 2009 war mein drittes Aserkop Do und nachdem ich einmal als Teilnehmer und einmal als Zuschauer dabei war, durfte ich dieses Jahr den Aserkopdikanten spielen. Also mal bei den Übungen mitmachen, jeden Tag filmen, ab und an einkaufen, abwaschen, und und und.

Tag 0 – Wenn fünfzig Leute einen Kreis bilden

Nachdem Anne, Schütti, sein Bruder und ich die Nacht zuvor in Wendtshof verbrachten, um noch einmal die Wärme eines gemütliches Bettes genießen zu können, ging es für uns vormittags nach Klockow, wo wir unser Gepäck zurückließen, um kurz danach mit Schütti, Tom und Bug in Prenzlau einzukaufen.

Während unserer Einkaufsorgie stellten mir Bug und Tom auf dem Parkplatz vorm Marktkauf drei Fragen, für deren richtige Antworten ich ein total cooles Geschenk (!!!) bekommen hätte. Sollte ich es bis zum Ende von Aserkop Do allerdings nicht geschafft haben drei Fragen nacheinander richtig zu beantworten, würde das total coole Geschenk (!!!) vor meinen Augen verbrannt werden. Hier mal die drei Fragen vom Samstag, den ersten August:

1. Auf welchen Disney-Figuren basieren Chip und Chap?

2. Welche Droge war bis 1903 in Cola vorhanden?

3. Wie alt ist die Bundeswehr?

Natürlich hab‘ ich mich bei der letzten Frage um ganze zehn Jahre verrechnet, aber mein Geschichtsstudium ist ja nun schon seit einem knappen Monat zu Ende, da muss ich so was doch gar nicht mehr wissen. . .

Wenige Stunden – es hätte nicht so lange gedauert, wenn die Kassiererin im Netto nicht jedes Objekt einzeln über die Kasse gezogen hätte - und unseren obligatorischen Döner später, trafen wir wieder in Klockow ein und schon bald sollte die Kennenlernrunde beginnen. Die Dorfkoppel Klockows füllte sich mit Zelten und Menschen. Kleine Menschen, große Menschen, bekannte und unbekannte Menschen. Ich war mir anfangs nicht sicher, ob es mit fünfzig Leuten gut gehen kann, aber da wir letztes Jahr nur zehn weniger waren und es keine schwerwiegenden Probleme gab, sah ich der ganzen Aktion optimistisch entgegen.

Wir waren viele, sehr viele, überaus viele, ausgesprochen viele Leute. Ich war richtig erschrocken wie viele wir doch waren. Und wenn fünfzig Leute einen Kreis bilden, ist es – aufgrund der Entfernung – gar nicht so einfach sein Gegenüber überhaupt noch zu verstehen. Und wie jedes Jahr stellte ich mir gedanklich die Frage, mit welchem Namen ich mich vorstellen soll, aber vielleicht ist es ja gut, wenn jeder mal meinen richtigen Namen gehört hat, bevor mich alle nur noch als Affen bezeichnen. Nachdem Toms Anatrocken (Witz by Bug) also ihre Runde gemacht hatte, ging es weiter mit der Vorstellung der Grundübungen. Und damit auch jeder gleich am ersten Tag eine der schrecklichsten Übungen bei Aserkop Do kennenlernen durfte, sollten alle fünf Burpees machen. Ich hasse Burpees . . .

Nachdem Bug und ich unser Zelt aufbauten, war uns schnell klar, dass der Käfer definitiv seins noch mitbringen musste, wenn er aus dem Wald wiederkam, denn ein Käfer, ein Affe und deren Gepäck in diesem Winzzelt hatten überaus wenig Platz. Die erste Nacht auf Klockows Dorfkoppel endete mit reichlich Regen.

Tag 1 – Von zitternden Lippen und bezaubernden Schatten

Der erste Tag begann mit strahlend heißer Sonne und einer theaterreifen Morgenrunde. In der Mitte des Dorfplatzes wurden wir von Melonidas empfangen, der uns mit glattrasierter und geölter Brust seine Gehilfen Tomfretete und Bugillis vorstellte. Bugillis nahm Melonidas‘ Umhang an sich und zeigte uns sein unglaubliches Talent zu fliegen, Tomfretete hingegen stand rum. Die Morgenrunde, welche man locker auch als Morgen Workout bezeichnen konnte, beinhaltete zwei Teile; der erste – mörderische – Teil bestand aus Bocksprung und Kriechen abwechselnd über bzw. unter jeden Teilnehmer, beim zweiten Teil hielten wir alle Händchen und liefen auf verschiedenste Art und Weise im Kreis herum. Hätt‘ ich zuvor schon gefrühstückt, hätte ich definitiv den gleichen Fraß zum Brunch essen können.

Nach diesem spektakulären Workäääh dieser Morgenrunde ging es zum Joggen. Wir hatten eine Stunde Zeit, um 7,2km hinter uns zu lassen. Erster Halt Neuenfeld, dann Schönfeld und dann wieder Klockow. Zwischendurch noch von einem unglaublich riesigen Gaul anstarren lassen, an einem kläffenden Hund vorbei und über zwei nicht weiter erwähnenswerte Autobahnbrücken. Mein Ziel: durchhalten; eventueller Kollateralschaden unwichtig. Dass es am Ende tatsächlich in die Richtung tendierte, war mir anfangs noch gar nicht bewusst. Aber das Wichtigste, um es bis zum Ziel zu schaffen ohne zwischendurch zu gehen, waren Musik und ein affenstarker Wille, der mir ständig ins Ohr flüsterte: ‚Bis zu der Ecke erstmal, dann gucken wir weiter.‘, und ‚Ach, das Dorf schaffste auch noch, dann kannst immer noch gehen.‘

Im Ziel war ich dann nach knapp vierzig Minuten, also eine viertel Stunde schneller als in 2007. Bis dahin war auch alles super, nur als ich dann aufhörte zu laufen, pumpte mein Herz weiter, meine Lippen fingen an zu zittern und meine Hände krampften. Ich konnte nicht geradeaus gehen und die Augen offenhalten. Ein Riesenspaß! Wer wissen will, wie ich aussah, fragt einfach Bug oder Anne, die haben ganz gute Imitationen diesbezüglich auf Lager. Auf dem Rückweg zauberte mir Bug immer wieder Schatten auf den Boden, sehr nett von ihm, danke nochmal an dieser Stelle.

Während ich danach eine knappe halbe Stunde damit verbrachte auf dem Boden zu liegen, aßen alle anderen Frühstück und begannen mit Kurz & Knackig I – einem ekelhaften Mini Workout, bei dem man alle dreißig Sekunden eine andere Übung machen muss. Burpees durften natürlich nicht fehlen. Und ich wäre nicht der Affe, wenn ich da nicht schon wieder fit gewesen wäre. Anschließend gab es eine Runde Tai Chi, die aus Zeitgründen leider auch die letzte blieb. Schien aber sehr beliebt, also gibt’s hoffentlich nächstes Jahr einen erneuten Versuch.

Während der Mittagspause stellten mir Bug und Tom die nächsten drei Fragen, da ich am Vortag ja jämmerlich scheiterte.

1. Worin findet in Pflanzen Photosynthese statt?

2. Wie heißt die Terroristengruppe in Final Fantasy VII?

3. Welches Pokémon ist No. 123?

Es braucht niemand davon auszugehen, dass ich dieses Mal Frage Nummer drei richtig beantwortet habe. Aber ich hatte ja noch Zeit, bis mein Geschenk in Flammen aufgehen sollte. Nach dem Essen ließen wir unsere Bäuche beim Yoga eklig anspannen und machten unsere Nasen mittels Atemübungen frei. Der Auftakt zum mörderischen Workout an diesem Tage war also gegeben.

Liebe deinen Körper!, hieß es am Nachmittag. Mit anderen Worten: „Wenn du danach noch lebst, kannst du dankbar sein, dass dein Magen nicht irgendwo auf dem Rasen liegt.“ Nach etlichen Liegestützen, Dands, Blanks, Hampelmännern, und und und, standen dann noch immer fünfundfünfzig Burpees auf dem Plan. Sehr ärgerlich, dass ich dafür nur noch sieben Minuten Zeit hatte. Aber immerhin konnte ich am Ende fünfzehn Stück vorweisen. Besser als gar nichts.

Nach dem Workout wurden mir erneut drei Fragen gestellt, da Bug sich für die nächsten paar Tage verabschieden musste, weil er im Wald Lichter in die Luft schießen sollte.

1. Was steht auf Schüttis Sonnenschirm?

2. Wie heißt Dans Feuerball?

3. Wer hat Sherlock Holmes geschrieben?

Nachdem ich mehrere Minuten an Frage zwei festhing, hatte ich es dann doch endlich geschafft und mir wurde mein Geschenk immerhin schon mal versprochen wenn Bug wiederkommen sollte.

Der Tag endete mit Paul als Challenger und einer Fahrt nach Prenzlau mit Tom und Bug, um den Obergefreiten Käfer zum Zug zu bringen. Der obligatorische Döner durfte natürlich nicht fehlen.

Tag 2 – „Die Hygiene, die Hygiene!“

Eigentlich sollten wir ja am zweiten Tag wandern gehen. Dummerweise hatte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gezogen. Der Morgen begann noch im Zelt mit Regentropfen im Gesicht. Nach dem Aufstehen sollten wir uns alle um Neun Uhr in der Turnhalle versammeln. Kurz zuvor saßen Jenny und ich (andere mögen es rumlungern nennen) im Dörphus und quatschten. Dann kam Alice herein und aus der Küche kam eine der Essensfrauen, die Alice ansah und plötzlich wie eine verrückte alte Tante „Halloooooo! Hallooooooooo!“ rief und wieder ging. Alice sah sie so emotlionlos an, wie es nicht emotionsloser hätte sein können. Ein herrliches Bild.

In der Turnhalle brachte man uns die Grundtechniken am Boden bei; keine Ahnung wie man die alle schreibt, aber ihr werdet sicher alle wissen, was ich meine, wenn ich schreibe: Udeheseki, Kesa-gatame und Sankaku. Und wenn nicht, dann fragt am besten jemanden, der Ahnung davon hat.

Danach wurden alle in zwei Gruppen nach Gewicht eingeteilt. Die eine Gruppe durfte dann erstmal Klimmzugübungen und Ähnliches machen, während die Leute der anderen Gruppe sich im Ringspiel über die Matten schleuderten, bis einer von beiden den Boden mit etwas berührt, was nicht als Fuß im Duden definiert wird.

Zwischendurch besuchte ich Nuffi und Luise in der Küche, um ihnen beim Kochen zu helfen. Es gab lecker Milchreis, von dem wir viel zu wenig hatten, weil den Tag zuvor etliche Leute nach Reis geschrien hatten und keinen Milchreis wollten. Nach dem Essen, hieß es dann abwaschen und von den Essensfrauen ausgemeckert werden. „Die Hygiene, die Hygiene!“ Aber was soll man machen? Der Klügere gibt ja bekanntermaßen nach.

Dem Essen folgte eine angenehme Massagerunde und ein paar Gymnastikübungen, angeführt von Phine. Nachdem Noah als Challenger gekürt wurde, begrüßten wir das Mobile Beratungsteam, das letztendlich nur wegen eines Termins zu uns kam. Bis wir das aber alle begriffen hatten, vergingen ein paar Minuten. So wie der Tag mit Regen begann, endete er auch mit diesem und ließ uns alle schon früh in unsere Zelte fliehen.

Tag 3 – Evolution! oder Wenn Vierbeiner aufrecht gehen können

Zwei Trainingstagen sollten zwei Aktionstage folgen und da Wandern auf den nächsten Tag verschoben wurde, war heute der Animal Day; das ist Englisch und bedeutet Tier Tag. Aber dazu später mehr. Denn der Morgen begann erneut mit einer Aufwärmrunde angeführt von einem der Thomschke Kinder. Dieses Mal war es Anne, die unsere Körper mittels Dehnungen locker machte. Sehr entspannend und sicherlich auch sehr hilfreich. Die Morgenrunde endete mit einem Tanz der etwas anderen Art. Nachdem Anne eine CD voller Experimental Jazz ins Radio legte, war es Toms Aufgabe uns noch einmal richtig zu erwärmen. Es endete in einem Ausdruckstanz, der die Aserköppe mit hochgerissen Armen hin- und herlaufen oder plötzlich stillstehen ließ. Das Ganze war sehr lustig anzuschauen und wird hoffentlich noch im Internet veröffentlicht. Der ewig langen Frühstückspause, in der Jacob, Jenny und ich sogar noch Zeit hatten abzuwaschen bevor es weiterging, folgte das Schildkrötenspiel, in dem ein Fänger versuchen musste alle anderen auf den Rücken zu drehen. Die Schildkröten, die dem Himmel entgegenblickten, waren in der nächsten Runde auch Fänger. Die erste Runde endete in einer kompletten Niederlage auf Seiten des Fängers Mola. Er ging leer aus, weil alle anderen super zusammenhielten und sich gegenseitig aus der Patsche halfen. Teilweise sind einige sogar wieder vom Ziel ins Schlachtfeld, um den anderen beizustehen. Sehr löblich. Schon hier gab es viele kaputte Menschen und Phines Pflaster- und Tapequellen wurden stark in Anspruch genommen. Doch dies war erst der Auftakt.

Es folgte das Animal Workout, bei dem alle wichtigen Tierimitationen von Tor zu Tor durchgeführt werden mussten. Ob als Bär stapfen, als Krabbe krabbeln, als Frosch hüpfen oder als panierte Nacktschnecke rollen. Irgendwann war jeder kaputt. Für die Neulinge erschreckend war die Nachricht, dass so den ganzen Tag gegangen wird. Altaserköppe hingegen waren sich dessen schon lange bewusst. Also erst einmal zum Schwimmbad gestiefelt. Ich hatte in der Zwischenzeit beim Essen machen geholfen und folgte den anderen später. Im Schwimmbad erklärte uns Tom, dass wir unbedingt popeln müssen, weil das sehr gesund sei. Bei einem leckeren Eis oder lecker Pommes guckten wir den anderen zu, wie sie hin- und herschwammen und Ringe vom Beckenboden holten.

Irgendwie schien sich die Laufe-wie-ein-Tier-Regel nicht durchgesetzt zu haben oder aber die Evolution hatte es geschafft, dass sich die Aserköppe plötzlich aufrecht bewegen konnten. Gegen Ende wurde das allseits beliebte Animal Rugby gespielt, bei dem zwei Mannschaften als alle möglichen Tierarten gegeneinander Rugby spielten. Es war sehr spannend und sehr sehr blutig. Das, meiner Meinung nach, blutigste Animal Rugby bisher. Es gab blutige Nasen, blutige Lippen, blutige Finger und noch weichere Weichteile. Was war ich froh, dass ich Kameramann war. Am Ende stand es 3:3 und ein Golden Goal entschied wer als Sieger aus dieser Schlacht gehen sollte. Ich glaube Jacob warf das Siegertor und verhalf seiner Mannschaft rund um Alice, Jasper, Schütti und co. zum Sieg. Challenger an diesem Tag wurde Silvan.

Tag 4 – Hat mal jemand Feuer?

Zuerst einmal möchte die wohl am häufigsten gestellte Frage an diesem Tag beantworten: Ja! Es war verdammt heiß unter dieser Maske. Aber es war ja für einen guten Zweck. Für welchen? Das müsst ihr schon selber herausfinden.

Aber erstmal zum Grund für die Maskerade. Heute hieß es endlich nach Prenzlau wandern. Ganze 16km (+/- 27,2) wanderten wir über Autobahnbrücken, Landstraßen, durch Dörfer und Felder. In Schenkenberg durfte Franz den obligatorischen Witz erzählen und nach kurzem Zögern hatte er es auch bravurös gemeistert. Und wo ich gerade über Witze schreibe, da darf ich natürlich nicht den lustigen Bob vergessen, der mal wieder die hohe Kunst der schlechten Scherze aus dem Rucksack zauberte. Und ich möchte meinen, dass er dieses Jahr besonders miese Witze aus seinem Repertoire zog.

Während der Pause in Schenkenberg fuhr ein Auto an uns vorbei und rutschte versehentlich in eine Pfütze, wodurch Matti und Tom nassgemacht wurden. Das allein war ja schon sehr lustig, getoppt wurde das Ganze aber noch als der Autofahrer zurückkam und Matti nicht von der Straße ging, sich vor dem Auto aufbäumte und zweimal fragte, ob der Autofahrer sie nassgespritzt hatte. Der kleine, dicke, erboste Mann stieg aus seinem Wagen und erzählte uns, dass er die Polizei gerufen hatte und sich schon beim Bürgermeister – der anscheinend im Wald lebte und nicht im Dorf – beschwert hatte. Ich mag Menschen niederen Intellekts. Nachdem Tom sich dann mit ihm abrackerte war auch dieses Hindernis überwunden und wir konnten weiter.

Nach ungefähr dreieinhalb Stunden kamen wir dann in der schönsten Stadt Brandenburgs an, dort erstmal zu Mittag gegessen und alles fürs Gaukeln vorbereitet. Nachdem alle Aserköppe angemalt wurden, begannen Anne und Ich die Straßen mit unseren Trommlerkünsten zu rocken. Es gab Handstände, Pyramiden und Jonglagen. Ludi spuckte Feuer (mit der Aktion braucht er garantiert kein Feuerzeug mehr) und Jasper hatte auf Molas Händen einen Handstand gemacht. Lukas tänzelte mit seinen Pois zu Phines Flötenmelodien und Hannah sang sogar ein paar Minuten.

Gegen halb Sechs fuhren wir zurück nach Klockow und die zwölf Mädels, die beim Gaukeln in jedweder Form halfen wurden Challenger. Ganze 209€ wurden eingenommen, ein prima Ergebnis für so kurze Zeit.

Tag 5 – Einmal hin, einmal her, rundherum ist gar nicht schwer

Was wäre ein Morgen des diesjährigen Aserkop Do ohne eine Morgenrunde? Dieses Mal war wieder Mola an der Reihe. Es fing damit an, dass zwei Leute aufeinander zu liefen, abklatschen, sich einmal im Kreis drehten, zwei Kniebeugen machten und dann wieder zurückliefen. Danach waren es vier Leute, dann acht und so weiter und so fort. Ganz lustig, mit dem einzigen Kritikpunkt, dass die ersten beiden im Vergleich zu den letzten beiden doch etwas mehr machen mussten. Zweiter Teil der Morgenerwärmung beinhaltete einen Tunnel aus Aserköppen, durch den jeder einmal durch musste. Und weil wir Mola alle so mögen, haben wir seinen Tunnel etwas länger gemacht als bei den anderen.

Anschließend gab es wieder eine Runde Yoga. Dieses Mal mit der allseits beliebten Feueratemübung. Danach konnte sich jeder gedanklich an Tom auslassen. Ob ihn zerreißen, hochheben oder wegwerfen. Die Tom Moves sind definitiv verdammt anstrengend, wenn man sie korrekt durchführt.

Nach dem Mittag ging es zum Iso-Workout, das meiner Meinung nach zu den anstrengendsten gehört, weil man sich die Pausen nicht einteilen kann. Viel Blank, Wu Chi und Schulterbücken. Die auf jeden Fall einfachste und angenehmste Übung war auf einem Bein zu stehen und das Bein einmal in alle Richtungen halten.

Dieser Tag war aus zwei bestimmten Gründen ein ganz spezieller Tag. Zum einen hatte unser Lieblingslasse Geburtstag und zum anderen kamen unsere ersten Special Guests an. Hans Höhn, ehemaliges GSG 9 und SEK Mitglied, Kung Fu und Jiu Jitsu Meister und Major der Bundeswehr, und Tayo, ein wahrer Meister im Werfen und Hebeln seiner Mitmenschen. Man kann ihm nicht mal Guten Tag sagen, ohne dass man Angst haben muss, sofort am Boden zu liegen.

Bevor es am nächsten Tag richtig losgehen sollte, zeigte uns Herr Höhn einige Techniken und Waffen, die er mitgebracht hatte.

Der Tag endete mit Robi als Challenger und später am Abend mit Bugs Rückkehr, die natürlich ordentlich gefeiert werden musste. Und was macht man, wenn man ordentlich feiern will? Richtig! Man bringt den Müll weg. Und als Belohnung gibt es dann eine leckere Flasche Wasser. Oder auch zwei.

Tag 6 – Schnipp, schnapp, Haare ab!

An diesem Tag ist verdammt wenig passiert. Das liegt keinesfalls daran, dass wir nichts gemacht haben, ganz im Gegenteil. Nur wurden alle in drei Gruppen eingeteilt und haben bei dem jeweiligen Special Guest Techniken gelernt. Der Tag begann mit einer Runde Dehnen, geleitet von Anne und einer Kung Fu Kata, die uns Herr Höhn zeigte. Nach dem Frühstück gab es noch eine Runde Kurz & Knackig mit teilweise anderen Übungen, bevor - wie schon geschrieben - dann alle in drei Gruppen eingeteilt.

Die erste Gruppe folgte Herr Höhn zu den Birken, um dort Abwehrtechniken aus dem Jiu Jitsu zu lernen. Gruppe Zwei warf und hebelte sich auf einer Plane unter Tayos Leitung und die dritte Gruppe wandte Wing Chun Techniken an, die uns Christoph zeigte. Die einzelnen Gruppen hatten jeweils anderthalb Stunden Zeit. Zwischendurch gab es noch Mittag mit einer verdammt leckeren Hackfleischsoße. Das Hack wurde uns übrigens von Herrn Wendt gespendet. Außerdem gab es noch Kuchen, denn heute hatte Franz Geburtstag. Und diesmal sogar mit zwei gesunden Armen.

Die allabendliche Abschlussrunde wurde dieses Mal von mir aufgenommen und es war erstaunlich wie unterschiedlich laut und leise die Aserköppe waren. Nachdem Atti zum Challenger des Tages gekürt wurde, fuhren Bug, Tom und ich nach Prenzlau einkaufen. Ein Döner durfte natürlich nicht fehlen, was Tom die nächsten Tage aber zum Verhängnis werden sollte. Bevor ich ins Bett ging, machte ich Franz noch ein Geburtstagsgeschenk. Einfach mal die Haare abrasieren. War sehr lustig mit anzusehen, wie erschrocken die Leute guckten, die in die Turnhalle kamen.

Tag 7 – Von mutierten Lippen und fehlenden Tischen

Der Blickfang an diesem Tag war definitiv Toms riesige, fette, aufgequollene, dicke, fette, gigantische, fette Unterlippe. Sonnenbrand auf der Lippe zusammen mit der scharfen Sauce vom Döner vertrugen sich also nicht. Es sah so lustig und zugleich total ekelhaft aus. Es sind natürlich auch etliche Sprüche auf seine Kosten gefallen, aber die kann man im Forum nachlesen.

Diesen Morgen war wieder Mola mit der Erwärmung an der Reihe. Dieses Mal sollten alle auf Befehl Fast Food darstellen, egal ob Sandwiches, Cheeseburger oder Frikadellen. Es war so ziemlich alles dabei. Das ganze sah auch verdammt lustig aus. Die armen Schweine, die allerdings rausgeflogen sind, sollten irgendwelche Halteübungen wie Blank oder Wu Chi machen, was ich dann wieder etwas übertrieben fand.

Nach dem Aufwärmen kam mein persönlicher Favorit in diesem Jahr an die Reihe; Joggen! Schlimmer als beim ersten Mal konnte es ja eigentlich auch gar nicht werden. Phine sollte ich vorher noch versprechen, dass ich aufhöre zu laufen sobald ich nicht mehr kann. Nun ja, das hab‘ ich dann auch gemacht; als ich wieder in Klockow ankam, nachdem ich erneut die knapp 7km durchgelaufen bin. Dieses Mal war ich sogar nochmal fast zehn Minuten schneller. Eigenlob stinkt ja bekanntlich, aber ich muss schon sagen, dass das gar nicht so schlecht war. Sobald ich dann in Klockow stehenblieb mutierte ich erneut zu Zitterlippe und Krampfhand. Bayer und Bug halfen mir dann zur Dorfkoppel, aber es war alles weniger schlimm als es eigentlich aussah. Ich lass mich halt gern tragen.

Danach führte Ludi eine Runde Yoga an, die er, meines Erachtens, gut meisterte. Anschließend musste irgendwie die Wiese gewässert werden. So langsam sah es auf dem Platz aus, als hätte es drei Jahre nicht geregnet. Um alle zu motivieren verbreitete sich das Gerücht, dass wir eine Wasserschlacht austragen sollten. Irrtum, denn es kam zu einer erweiterten Version von Toms Ausdruckstanz. Dieses Mal hatte jeder seine Flasche Wasser in der Hand und fuchtelte wild herum. Dass es teilweise dann doch noch zu einigen Wasserkämpfen kam, war nur gut für das eigentliche Ziel. Ob das Ganze allerdings etwas gebracht hat, kann ich gar nicht genau sagen. Nächstes Jahr müssen wohl Wassersprinkler herhalten.

Während die anderen erneut in drei Gruppen eingeteilt wurden, um sich entweder hin- und herzuwerfen, sich beim Kickboxen die Gesichter zu massieren oder mit dem Bo (Stab) eine Kata zu üben, gingen Paul und ich abwaschen. Ich hätte sehr gerne mitgemacht bei der Bo Kata, aber es gab nicht genügend Stäbe und meine Zeltstange wäre die ganze Zeit auseinander gefallen. Also einfach hinsetzen und die Sonne genießen. Nebenbei noch Phine ein Stündchen massiert und ins Buch gekritzelt.

Dann gab es, was es dieses Jahr viel zu oft gab; Pause in Kombination mit Kuchen. Abgenommen hat bei Aserkop Do 2009 garantiert niemand. Mir wurde die zauberhafte Aufgabe zuteil den Kuchen zu schneiden und genau an dieser Stelle möchte ich Bugs geniale Idee einwerfen uns einen Tisch zur Essensausgabe zukommen zu lassen. Denn wie die Geier standen alle um mich herum und schauten mir zu wie ich ihr Futter in mundgerechte Happen schnitt. Und weil der Abwasch zuvor so viel Spaß machte, bin ich nochmal zur Turnhalle und Aserkop Do eigenen Küche gestiefelt und hab‘ sauber gemacht.

Nachdem alle fertig waren, leitete Herr Höhn eine Energierunde ein, bei der am Ende jemand mit dem Bauch auf einer aufrechtstehenden Flasche liegen sollte. Alle sollten sich in einen Kreis setzen und sich vorstellen wie ihre Energie an den Nebenmann weitergeleitet wird. Dann war Sergej an der Reihe, der sich auf die Flasche legen sollte. Hat natürlich auch funktioniert, der Hypnose sei dank. Anschließend legte Herr Höhn selbst sich auf eine Schwertspitze und ließ Lasse und Motte wie Bretter hochheben. Sehr lustig, hat mich irgendwie an den Mindfreak erinnert. Danach erzählte er uns noch ein paar Geschichten, an die sich aber sicher jeder noch gut erinnern kann. Ansonsten fragt Bug. Der Tag endete mit einer total lächerlichen Abschlussrunde, weil einige nicht aufhören konnten zu lachen und Schütti als Challenger des Tages, der es nach seiner ganzen Arbeit die letzten Tage auf jeden Fall verdient hatte.

Tag 8 – Zu viel schlechtes Juju

Die morgendliche Aufwärmung bestand heute aus Schubkarrenrennen. Ich hab‘ einfach mal mitgemacht, bin aber nach der ersten Runde wieder raus. War auch besser so, sonst hätte ich mir wahrscheinlich meine Handgelenke annähen lassen müssen. Dieser Tag war ein Tag, vor dem viele Aserköppe Angst hatten. Und das nur, weil er Pain Day heißt. Würde man ihn Bunte Blümchen Tag nennen, hätten bestimmt viel weniger Leute Angst.

Nach drei Jahren ist der Bunte Blümchen Tag fester Bestandteil Aserkop Dos und bringt alle Teilnehmer bis an ihre Grenzen. Zu allererst durfte jeder Pferd spielen und Bug, Bayer oder Mola eine Runde lang über die Koppel ziehen. Erst vorwärts dann rückwärts. Danach musste jeder zwei Minuten lang im Handstand verharren und die restlichen Sekunden in Liegestütze abarbeiten. Es hat wohl lediglich Atti die zwei Minuten durchgehalten. Höhepunkt dieses Jahr war das Halten an zwei Ringen, die an einem Baum hingen. Irgendwelche Missverständnisse führten dabei zu hitzigen Diskussionen. Aber irgendwie, oh Wunder oh Wunder, haben es ja doch fast alle schafft.

Da das Schwimmbad noch geschlossen war, musste Oles Wasser Workout nach Carmzow in den dortigen See verlegt werden. Also alle Mann dorthin gewandert. Nachdem wir ankamen, gingen einige sofort schwimmen, andere spielten im kleinen Kreise Volleyball und wiederum andere tauchten einmal mit voller Ausrüstung bei Herr Höhn. Das Workout war schnell erledigt. Hin- und herschwimmen in verschiedenen Stilen, an den Ufern Burpees und Kniebeuge machen et voilá, keinerlei Zeitprobleme.

Beim Zurückwandern ging ich etwas schneller, damit ich endlich mal wieder nach Lust und Laune - und vor allem laut - singen konnte. Während des Abendbrots mussten Bayer und ich so stark lachen, dass mir mein Brot in die Nase schoss, was äußerst unangenehm war.

Tag 9 – It don’t matter if you’re black or white

Nicht an der Grammatik des Titels meckern, das ist ein Zitat.

Am neunten Morgen leitete Herr Höhn die Runde mit der schon bekannten Kata. Vom Vormittag dieses Tages kann ich fast gar nichts berichten, da Bug, Tom und ich einkaufen waren, während alle anderen in Prenzlau vom Turm sprangen. Die einzigen Infos, von denen ich weiß sind, dass Ludi einen bunten Bauch hatte, nachdem er auf dem Wasser aufkam und dass Hannah im Neoprenanzug vom sechs Meter Turm sprang. Alles andere möge auf immer in eurem Gedächtnis verweilen oder einfach vergessen werden, weil nichts Spektakuläres passierte.

Während der Mittagspause besuchten Bug, Tom und ich noch ein paar Freunde, die gerade ein Musikvideo drehten. Jacob und Jasper waren auch mit von der Partie und Jasper durfte kurzzeitig sogar Mitglied der Band sein. Ist schon irgendwie beneidenswert. Aber er flog schon während des Videodrehs wieder raus, weil er einfach zu schlecht war.

Nach dem Mittag stand Capture the Flag auf dem Plan. Ein Spiel, das im letzten Jahr so beliebt war, dass es auch dieses Mal wieder durchgeführt werden sollte. In der Hoffnung es würde kein zweiter Franz-Fall zustande kommen, gab es nur kleinere Regeländerungen. Es treten Team Weiß und Team Schwarz gegeneinander an und müssen versuchen alle vier Flaggen zu erobern. Wer von beiden zuerst alle Flaggen in seinem Besitz hat, hat gewonnen. Gekämpft wird am Boden. Ich durfte, neben Jenny, Bug, Tom, Phine, Anne und Marius, Schiedsrichter spielen.

Die weißen Aserköppe jubelten schon nach kurzer Zeit über ihren ersten Sieg. Es ging wirklich alles ziemlich schnell und es wurden nur wenige Kämpfe ausgetragen. Dies sollte in Runde Zwei anders aussehen. Nach einer Änderung der Taktik war es sichtlich schwieriger für beide Parteien die Flaggen zu erobern. Auch die Kämpfe änderten sich stark im Vergleich zur ersten Runde. Während die meisten einfach versuchten noch länger durchzuhalten, wurden ein paar etwas emotionaler als zuvor und kämpften bis zum letzten Atemzug. Und weil wir bei Aserkop Do Freunde von Traditionen sind, durfte die obligatorische Verletzung natürlich nicht fehlen. Und da wir Jubiläum feierten kam sogar ein Krankenwagen. Mal sehen, ob wir es in zehn Jahren, zum nächsten Jubiläum, schaffen einen Hubschrauber nach Klockow fliegen zu lassen.

Tag 10 – Tag der Arbeit

Nur noch zwei Tage bis das diesjährige Aserkop Do sein Ende nimmt. Und weil wir die Tage zuvor so fleißig waren, durften wir heute noch fleißiger sein. Es war Zeit unsere übermenschlichen Kräfte endlich für gute Zwecke einzusetzen. Da wir dieses Jahr so viele waren, war es auch gar kein Problem uns in zwei Gruppen einzuteilen, um noch mehr Chaos in Ordnung zu verwandeln. Die eine kleinere Gruppe blieb vorerst in Klockow, um Ränder für einen Weg auszuheben. Die andere Gruppe begab sich nach Schönfeld zum Grundstück von Oles Vater, um dort ein Volleyballfeld umzusetzen, Holz zu hacken, Steine zu schleppen und einem alten Zirkuswohnwagen oder so ähnlich einen neuen Stellplatz gewähren.

Während die Schönfelder Gruppe im geschlossenen Marsch zu ihrem Ziel wanderte, half ich den anderen in Klockow die Erde wegzukarren. Nach ungefähr einer Stunde arbeiten und filmen, machte ich mich auf den Weg nach Schönfeld. Dort hab‘ ich mich zuallererst verlaufen und dass obwohl es extrem einfach ist zum Haus zu finden. Nachdem ich dann alle fleißigen Bienchen beim Arbeiten gefilmt habe, half ich den anderen beim Brückenbau. Denn die musste erstmal richtig konstruiert werden, damit dieser riesige, hundert Tonnen schwere Wagen zu seinem Ziel gelangen konnte. Sobald wir damit fertig waren, hieß es „Schieben! Ziehen! Stopp!“. Aber mit Flos und Milans gelungener Steuerung war es dann kein Problem den Wagen nach einiger Zeit und viel Schweiß an Ziel zu bringen.

Der Käfer und ich gingen danach zum Holzhacken. Ich hab‘ die Keile gehalten während Bug draufgeschlagen hat. Ich kann es niemandem empfehlen, diese Aufgabe zu übernehmen, weil man irgendwann ein grelles Pfeifen im Ohr hört. Tinnitus Party! Aber halb so wild, nach einer halben Stunde war das ja auch schon wieder vergessen. Nach einiger Zeit traf Gruppe Wegbau ein und berichtete uns von ihrer grandiosen Arbeit. Die Dorfgemeinde Klockow schien uns nämlich zu unterschätzen, da wir eigentlich nur die Ränder für den neuen Weg vorbereiten sollten. Dem Tatendrang der zehn Aserköppe viel dann aber der ganze Weg zum Opfer und der Bürgermeister schien sichtlich erfreut.

Nach einer kurzen Pause, die für andere schon etwas länger ging, versammelten sich alle hinterm Haus, für die Energieübungen und dem darauffolgenden Ziegel Zerschlagen. Da Bug und ich so ungemein sozial sind, fuhren wir während der Energieübungen nach Klockow, um Bayer beim Zelte Bewachen zu unterhalten. Das hat nicht ganz so funktioniert wie wir dachten, da Bayer wegging, als wir knappe zehn Minuten in Klockow waren. Nach gefühlten einhundertdreiundsiebzig Stunden kamen die anderen aus Schönfeld zurück und der Tag war zu Ende.

Tag 11 – Applaus, Applaus!

Am letzten Tag wacht man immer mit etwas bedrückter Stimmung auf. Obgleich man noch eine Nacht auf der Dorfkoppel zeltet, weiß man, dass Aserkop Do wieder einmal sein Ende nimmt und man ein volles Jahr darauf verzichten muss.

Der Morgen begann mit einer letzten Dehnungsrunde, die Anne leitete. Und da alle ihren Spaß mit Toms Ausdruckstanz hatten, war nun Bug an der Reihe völlig unvorbereitet die Meute aufzuwärmen. Nachdem die Hits der Neunziger schon vorher köstlich amüsierten, konnte dies eigentlich nur noch durch den Scatman getoppt werden. Also setzte Bug seine Schwimmbrille auf und schon führte uns der Professor in die eigenartige Welt der Erwärmung. Vor allem „Steif!“ und „Zur Seite fallen!“ dürften jedem im Gedächtnis geblieben sein.

Danach gab es die Tombola, bei der Bücher, Hefter, Stifte und sogar ein Einrad verlost wurden. Es ist unglaublich wie lange einige in der Blank verharren können nur um ein Buch zu ergattern. Am lustigsten waren jedoch die Aufgaben, in denen wir nicht von Bug und Tom zum Lachen gebracht werden durften und Tom zum Lachen bringen mussten. Ich möchte Ludis Siegessatz nicht wiederholen, aber ich denke, den kann man kaum vergessen.

Während alle anderen sich anschließend mit Tabata Sprints abrackerten, ging ich in aller Ruhe duschen. Es hat definitiv seine Vorteile nicht überall mitzumachen. Danach stand Einkaufen für die Party auf der Liste. Also Schüttis Auto samt Schütti, Jenny, Maya und meinerseits gefüllt und schon ging es gen Prenzlau. Während wir tatsächlich drei Stunden einkaufen waren, wurden den Scheinanwärtern Techniken abgefragt und das Turnier begann.

Nachdem wir zurückkamen und das Turnier begann durfte natürlich nicht der traditionelle Regen am Turniertag fehlen. Nach etlichem Hin und Her wurde beschlossen, das Turnier in der Turnhalle fortzuführen. Schütti und ich fuhren währenddessen nach Carmzow und sammelten Holz für das Lagerfeuer am Abend. Wieder in Klockow angekommen hieß der diesjährige Turniersieger Lukas und wir konnten mit der Abschlussrunde beginnen. Wobei mir gerade einfällt, dass es gar keine richtige Abschlussrunde, wie die Jahre zuvor, gab. Aber wir hatten einfach zu wenig Zeit. Die Kritikrunde – deren richtigen Namen ich mir gar nicht bewusst bin – war meiner Meinung nach sehr aufschlussreich. Zwar auch sehr reich an Applaus, aber wie sagte Phine so schön? „Wir haben dieses Jahr alle einen an der Klatsche.“

Dieses Jahr bekamen sehr viele den Schein. Ich denke es waren siebzehn Leute, sicher bin ich mir aber nicht. Zum Schein gab es dieses Jahr noch T-Shirts mit dem ehemaligen Aserkop Logo. Natürlich bekamen die Leiter auch noch eins und weil es glücklicherweise sogar noch eins gab, bekam der affige Aserkoptikant auch eins. Die Fahne, die eigentlich nur von wundervollen Erinnerungen, Freundschaften und Straßenschildern getoppt werden kann, bekam Hannah, die sich dieses Glanzstück redlich verdient hatte.

Nach der Scheinvergabe wanderten alle gemütlich nach Carmzow, um dort am See die Abschiedsparty zu feiern. Neben viel Essen und Trinken, durften der Tanz ums Feuer und die Aserkop Kuschelgruppe natürlich nicht fehlen. Die letzten anderthalb Wochen noch einmal Revue passieren lassen, schon jetzt ein bisschen in Nostalgie schwelgen, Sternschnuppen betrachten und für die Zukunft planen.

Den Heimweg bewältigten Franz und ich torkelnderweise – natürlich nur weil wir so müde waren – immerhin bis zum Carmzower Ortsausgang. Danach quetschten wir uns zu sechst in Schüttis Auto und gingen dann irgendwann nach und nach in unsere Zelte.

Wenn mir jemand vor vier Jahren gesagt hätte, dass ich jedes Jahr an einem Trainingslager über zehn Tage teilnehme, hätte ich wahrscheinlich mit den Augen gerollt und denjenigen für wahnsinnig erklärt. Aber mittlerweile ist diese Zeit in jedem Jahr so bedeutsam, dass man ihre Erinnerungen und daraus resultierenden Freundschaften nicht missen will. Obgleich ich einfach zugucke und Spaß habe, an meine Grenzen und darüber hinaus gehe oder aus dem Alltag fliehen will. Bei Aserkop Do kann man sein Innerstes Wesen nach außen kehren und viele Gleichgesinnte finden. Und auch wenn die bisherige Motivation schon nicht mehr so stark ist, die mir bislang immer ins Ohr flüsterte, dass ich jetzt ein ganzes Jahr lang Sport treiben werde, so weiß ich doch, dass ich auch nächstes Jahr wieder dabei bin.

Auf die nächsten fünf Jahre Aserkop Do!

Euer Affe


Wednesday, August 26, 2009

Suche: Arbeit

Da ist man mal zwei Wochen nicht in der Stadt und schon geht alles drunter und drüber. Nachdem ich mein Praktikum bravurös beendete und behaupten kann, dass es mit Sicherheit zu den lustigsten Praktika gehört, war ich letzten Donnerstag wieder daheim.
Dann will man mal eben gutes Bier kaufen und was findet man vor? Leere Regale, leere Flächen, ein leerer Supermarkt. Ich war schockiert als wir im REWE waren und die Kabel aus den Decken hingen. Das sah dort aus wie in einem apokalyptischen Endzeitfilm. Ein paar Tage später war die Wiedereröffnung und alles steht an anderen Plätzen. Mit Ausnahme vom Bier natürlich. Und die neuen Anordnungen sind echt katastrophal, aber egal, man gewöhnt sich ja dran.

Am Montag nach Aserkop Do wollte ich wieder arbeiten gehen. Die vorletzte Arbeitswoche, da mein Vertrag an diesem Donnerstag abläuft. Also um Sechs Uhr aufstehen, zum Penny latschen, schon von draußen sehen, dass da eine sauber macht, sich nichts dabei denken und klingeln.
Es öffnet eine mir unbekannte Mitarbeiterin, die mich verdutzt anguckt.

Ich: "Ich bin die Reiningungskraft."
Sie: ". . . Ich ruf mal die Chefin."

Chefin kommt.

Chefin: "Was ist?"
Ich: "Na ich komm zur Arbeit."
Chefin: "Wieso?"
Ich: "Ich hatte Urlaub und will jetzt wieder arbeiten. . ."
Chefin: "Hat dir das niemand gesagt? Wir haben jetzt 'ne Neue."
Ich: ". . . aber mein Arbeitsvertrag läuft noch."
Chefin: "Ja, das musst du dann mit denen klären."

Also erbost zurück nach Hause, auf die Couch gelegt und weitergeschlafen. Letztendlich hatte ich noch eine Woche Urlaub, natürlich bezahlt hohoho und sollte am Dienstag dann die letzten drei Tage arbeiten. Gestern habe ich dann also meine Nachfolge kennengelernt. Wasserstoffblonde Haare, Mitte Fünfzig, Plateauschuhe. . . Kann mir ja egal sein. Fix mit der Maschine durch'n Laden gefahren, noch ein wenig hier und da geputzt und wieder nach Hause.
Als ich heute sauber gemacht habe, hat die Alte erstmal 'ne Kaffee- und Zigarettenpause gemacht. Muss das sein? Die arbeitet da anderthalb Stunden am Tag, da wird sie's doch wohl mal schaffen ihre Zigaretten stecken zu lassen. Und der I-Punkt heute. Sie unterhält sich mit 'nem neuen Typen (der auch mal mit brennender Zigarette in den Markt geht. . .) und meint, als sie hier anfing, sah es aus, wie im Saustall.
Ein lautes Pff meinerseits in ihre Richtung und das Mäuschen war still. Mal gucken, was die dumme Zicke morgen noch macht.

Ich such mir dann erstmal 'nen neuen Job. Mal sehen wie lange das dauert.